Plastikmüll ist in den letzten Jahrzehnten zu einem ernsten globalen Problem mutiert. Dank der allgegenwärtigen Diskussion dieses Thema’s auf den sozialen Känalen, Funk und Fernsehen wissen wir alle wie sehr es unserer Umwelt und letztlich auch uns selbst schadet. Wie die meisten dachte auch ich, dass ich mit der Problematik absolut vertraut bin. Doch um das ganze Ausmaß richtig zu verstehen, fehlte noch ein entscheidender Punkt: „Mikroplastik“.

Ich muss gestehen, etwas direkt vor Ort zu sehen und zu erleben ist etwas ganz anderes, als davon zu lesen oder zu hören! Dieser Moment des Begreifens erinnerte mich an meine Rucksackreise durch Süd-Ost Asien mit Jonas 2014. Klar wusste ich von den Palmölplantagen in Borneo und das ganze Urwälder zerstört werden, aber erst als wir stundenlang mit dem Bus von Sarawak nach Sabah an den endlosen Palmölplantagen vorbei gefahren sind, hat es bei mir nachhaltig Klick gemacht. Seitdem krieg ich nichts mehr runter, wenn ich weiß, dass Palmöl enthälten ist!

Als wir zum ersten Mal auf unserer jetzigen Reise am Atlantik ankamen, ging es natürlich direkt an den Strand mit unseren Kindern zum Muscheln sammeln. Dort angekommen traute ich meinen Augen kaum. Während der Ebbe hat sich ein wahrer Film von kleinsten Plastikpartikeln in allen Farben, total zersetzt und zerbröselt am Strand abgesetzt. Plastikmüll in Form von Mikroplastik habe ich in diesem Ausmaß vorher noch nicht gesehen.

Doch, wenn dein Kind dir mehr Plastikmüll, als Muscheln zeigt und dich mit seinen großen Augen fragt, was das denn alles sei, dann wird dir das Ausmaß der Katastrophe wirklich bewusst. 

Was soll ich einem Vierjährigen antworten? Ein unschuldiges Kind, welches das Meer, die Natur und die Tiere liebt und die Welt entdecken möchte. Ich kam in Erklärungsnöte und es tat mir in der Seele weh.

Aus diesem Anlass heraus möchte ich dir in diesem Artikel einfache Tipps und Tricks zeigen, wie du Plastikmüll in deinem Alltag und während deiner Reise mit dem Wohnmobil reduzieren oder sogar ganz vermeiden kannst!

Manchmal stelle ich mir vor, wie mein Sohn mich in 20 Jahren fragt, warum wir das denn alles gewusst haben und trotzdem nicht genug unternahmen, um die ökologische Katastrophe aufzuhalten. Es ist aller höchste Zeit, dass wir gemeinsam umdenken und anfangen zu handeln. 

Plastikmüll vermeiden auf Reisen im Wohnmobil
Plastikmüll ist ein globales Problem.

Natürlich gibt es in anderen Ländern, andere Sitten bzw. kein Verständnis für das Problem und dort liegt noch viel mehr Müll herum. Aber dies getreu dem Motto „dort ist es doch noch schlimmer, die müssen erst mal etwas ändern“ als Argument zu benutzen, um selbst nicht aktiv zu werden nichts zu unternehmen ist aus meiner Sicht schlicht faul und fahrlässig.

10 Tipps wie Du Plastik beim Campen und im Alltag einsparen kannst

Plastiktüten: Kauft keine Plastiktüten und nehmt keine Plastiktüten an. Gerade im Ausland ist mir aufgefallen, dass es häufig noch kostenlos Plastiktüten zum Einkauf dazu gibt. Ob auf Märkten oder in kleineren Läden. Da auch Papiertüten nicht die absolute Lösung sind, nehmt doch einen Jutebeutel, einen Korb oder euren Rucksack mit, um euren Einkauf zu transportieren.

In einem Van oder Wohnmobil ist sowieso nur begrenzt Platz, um Nahrungsmittel zu verstauen. Wenn wir einen Großeinkauf machen, um einige Tage freizustehen, fahre ich mit dem vollgeladenen Einkaufswagen direkt vor das Wohnmobil und wir verstauen alles sofort in die Schränke.

Brot/ Kuchen: Meide abgepacktes Brot aus dem Supermarktregal. Frisches Brot vom Bäcker ist erstens leckerer und ihr habt zweitens die Möglichkeit, Müll einzusparen, indem ihr euren eigenen Leinbeutel mitnehmt. Wir sind momentan in Portugal und ich musste immer mal wieder abgepacktes Brot kaufen, weil es in der näheres Umgebung nichts anderes gab, und wir es nicht mehr geschafft hätten bis zum Abendbrot selbst welches zu backen.

In Portugal musste ich feststellen, dass es Brot gibt, dass sogar zweimal in Plastik verpackt ist. In der eigentlichen Verpackung ist das Brot noch einmal in einer anderen Plastiktüte – Was für ein Wahnsinn oder? Wenn ihr beim Campen einen Omnia dabei habt, ist Brot selbst zu backen eine super Alternative und spart nebenbei auch noch ordentlich Geld. Wasser, Mehl, frische Hefe oder notfalls Trockenhefe, Öl und Salz bekommst du in der Regel immer überall. Mehr braucht es nicht, um ein leckeres Brot zu backen.

Wenn ihr Kuchen kaufen möchtet, besteht die Möglichkeit Müll einzusparen darin, die Verkäuferin nett darum zu bitten keine Plastik-Blättchen auf die Stücke zu legen, nur damit sie geschützt werden. Genau wie die Einkaufstaschen aus Plastik braucht niemand Plastik-Blättchen, die unseren Kuchen schützen. Ich frage mich, warum so etwas überhaupt hergestellt wird? Nehme am besten direkt eine eigene Box mit, um den gekauften Kuchen zu transportieren. Aber auch hier gilt wie beim Brot die gleiche und beste Alternative, ihn in deinem Omnia oder deinem Ofen zu Hause selber zu backen.

An Fleisch- und Käsetheken ist dieses Prinzip leider in den meisten Supermärkten aus hygienischen Gründen nicht gestattet. Da wäre es eh aus vielen Gründen die beste Alternative weder Käse noch Fleisch zu konsumieren und so direkt etwas für das Klima zu tun.

Obst und Gemüse: Viele Obst und Gemüsesorten liegen auch in den Supermarktregalen lose herum. Verzichte auf die Plastik oder Papiertüten zum Abreißen und nutze stattdessen ein Obstnetz oder lege das Obst lose in deinen Einkaufswagen. Leider sind immer noch fast alle biologisch hergestellten Produkte in Plastik eingeschweißt. Bestehst du darauf biologisch hergestelltes Obst und Gemüse zu kaufen, dann wäre die beste Alternative diese Lebensmittel in einem Bioladen zu kaufen oder in einem der „Unverpackt Läden“, die es mittlerweile in vielen Städten gibt. In jedem Fall ist es möglich, beim Kauf von frischen Lebensmitteln auf Plastikmüll ganz zu verzichten. Auchin Spanien und Portugal gbt es Bio-Märte und Bio- Läden!

Haushaltsmüll: Nutze für deinen Hausmüll, statt der herkömmlichen Mülltüten, biologisch abbaubare Tüten oder noch besser lege deinen Mülleimer mit altem Zeitungspapier aus. Wir z. B. verzichten komplett auf Plastikmülltüten und spülen den kleinen Mülleimer im Wohnmobil nach dem Entleeren ganz einfach aus.

Ein weiterer interessanter Punkt, um deinen Müll zu reduzieren und die Supermärkte auf den Verpackungswahnsinn aufmerksam zu machen, ist Folgender:

Die Dinge, die nicht unverpackt erhältlich waren oder die unnötig mehrfach verpackt wurden, vor Ort direkt im Supermarkt nach dem Kauf zu entpacken und ihnen den Müll dort zu lassen.

Wenn wir alle den unnötigen Verpackungsmüll in den jeweiligen Supermarkt Filialen in die Mülltonnen schmeißen (in der Regel sind hinter den Kassen Müllcontainer), werden sie möglicherweise aus Kostengründen auch lobbyistischen Druck ausüben. Ob es klappen wissen wir nicht, aber immerhin schleppen wir den Müll nicht mit zu uns nach Hause und haben somit weniger Arbeit. Und die Supermärkte beginnen zu hinterfragen, was da gerade passiert. Diese Lösung darf natürlich keine Endlösung bleiben und ist eher eine Zwischenüberlegung. An oberster Stelle steht immer, alles so unverpackt wie möglich zu kaufen!

Hygieneartikel: Gerade im Bereich Hygiene lässt sich einiges an Plastik einsparen. Auf Reisen, als auch zu Hause in den festen vier Wänden. Wir werden mit Werbung über Cremes und Shampoos täglich überflutet. Meine Erfahrung ist, je weniger ich verwende, desto besser geht es mir und meiner Haut. Ich empfinde ein minimalistisches und plastikfreies Badezimmer oder eine Küche,als sehr befreiend. Es gibt zahlreiche nachhaltige Blogs und Videos im Internet die viele Tipps und Rezepte zeigen.

Reinigungsmittel: Verzichte auf fertig hergestellte Reinigungsmittel aus der Drogerie oder dem Supermarkt. Es ist ähnlich wie mit den Hygieneartikeln. Auch Reinigungsmittel lassen sich sehr leicht gegen die herkömmlichen Marken ersetzen. In der Regel brauchst du deutlich weniger. Sie sind biologisch abbaubar, nachhaltig und einfach selber herzustellen.

Im Bad und in der Küche kannst du mit einfachen Methoden deinen Plastikkonsum reduzieren und sogar komplett ohne Plastik auskommen.

Wasserfilter einbauen oder einen mobilen mitnehmen: Bist du wie wir in einem Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs und führst einen fest installierten Wassertank mit, wäre es doch super, wenn du das Wasser aus deiner „eigenen Leitung“ trinken könntest. Leider ist dies ohne Wasserfilter nicht die beste Idee. In den südlichen Ländern ist das Wasser aus der Leitung häufig nicht trinkbar und stark gechlort. Jedoch, selbst wenn Du trinkbares Wasser tankst, stellt sich immer noch die Frage, wie es mit deinen Wasserleitungen im Wohnmobil oder Wohnwagen aussieht. Denn auch diese Leitungen müssen regelmäßig gereinigt werden. Es gibt einige Hersteller und unterschiedliche Modelle. Ich empfehle hier ganz klar den Alb Trinkwasserfilter (unbezahlte Werbung).

Es gibt von diesem Hersteller unterschiedliche Modelle. Am besten und effektivsten ist der Filter, den du direkt an deinen Wasserhahn im Wohnmobil oder Wohnwagen integrieren kannst. Denn mit diesem Filter schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. Das Wasser aus der Leitung ist gefiltert und du brauchst dir keine Gedanken machen, ob deine eigenen Leitungen sauber genug sind, um das Wasser bedenkenlos trinken zu können.

Das Wichtigste jedoch an diesen Wasserfiltern ist, dass dir der Kauf von lästigen Wasserflaschen und Kanistern aus Plastik erspart bleibt. Auf einer Langzeitreise oder auch in deinem nächsten Urlaub wirst du deutlich weniger Müll durch einen integrierten Filter verursachen.

Der Toilettengang: Benutzt du nicht deine eigene Toilette in deinem Wohnmobil, reist oder lebst in einem Van ohne Klo und stehst am liebsten frei, dann ist dieser Punkt eher eine Bitte, als ein Tipp.

Jeder von uns muss ungefähr einmal am Tag sein großes Geschäft erledigen. Doch wenn du dies, wie viele „Vanlifer“ in der freien Natur tust, bitte ich dich um Folgendes:

Benutze einen Klappspaten, buddel ein Loch, verrichte dein Geschäft und dann benutze Klopapier und keine Feuchttücher! Im besten Fall nimmst du auch das Klopapier wieder mit und entsorgst es fachgerecht in einem Mülleimer. Klopapier stellt in der Regel nicht das größte Problem dar. Das Problem sind die Feuchttücher.

Sicherlich ist es irgendwie hygienischer sich in dem Moment mit einem feuchten Tuch den Hintern abzuwischen, aber für die Umwelt und für alle anderen Menschen die nach dir an diesem Ort sein werden, ist es furchtbar abstoßend. Bedenke auch, dass Kinder dort spielen werden…

Feuchttücher sind nicht biologisch abbaubar, sie verwesen nicht und bleiben noch Tage, Wochen und sogar Monate nach deinem Geschäft in der Natur zurück.

Sauberkeit: Auch dieser Punkt betrifft in erster Linie die Camper, die gerne und oft freistehen. Es gibt wunderschöne Plätze in der Natur, die uns Camper die Möglichkeit geben, die Natur so zu erleben, wie sie ist.

Leider musste ich auf unserer bisherigen Reise feststellen, dass viele dieser schönen Plätze verdreckt sind. Egal ob von uns Campern oder von anderen Passanten. Der Müll ist da und er ist leider überall.

Um also etwas gegen den schon vorhandenen Müll zu unternehmen, ist eine gute Sache, wenn du deinen Stellplatz immer etwas sauberer hinterlässt, als du ihn vorgefunden hast.

Sammel Müll, auch wenn er nicht von dir ist! Wenn andere Camper dich sehen, wie du Müll sammlest inspirierst du den ein oder anderen, der beim nächsten Mal auch beginnt seinen Platz zu säubern!

Minimalismus: Versuche deinen Konsum zu reduzieren, überlege vor dem Kauf mehrmals was Du wirklich brauchst. Ob es Klamotten sind oder irgendwelche Dekoartikel. Mache dir bewusst, dass jedes Konsumgut Ressourcen benötigt und irgendwann im Müll landen. Fast alles gibt es auch in einer besseren, nachhaltigeren, biologisch abbaubaren und Fair Trade hergestellten Variante.

Wie wäre es, wenn wir versuchen Dinge erstmal zu reparieren, bevor wir sie wegschmeißen. Informiere dich über gebrauchte Gegenstände, Secondhand-Klamotten und schaue auf Flohmärkten nach. In jedemfall produzierst du weniger Müll, sparst Ressourcen und wirst vielleicht auch automatisch etwas glücklicher. Warum Minimalismus glücklich machen kann, erfährst du hier.

Keinen Müll mehr in die Natur zu werfen und den schon vorhandenen Müll einzusammeln, ist wahrscheinlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch wenn alle mithelfen, und anfangen weniger und achtsamer zu konsumieren, wird daraus eine große Bewegung und wir können gemeinsam unseren Planeten retten.

Ich hoffe ich konnte dich inspirieren, wenn du noch andere Vorschläge hast, wie wir im Alltag dem globalen Müllproblem entgegenwirken können, freue ich mich über einen Kommentar von dir.

deine Jasmin

 

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