Spielst du mit dem Gedanken, dir ein gebrauchtes Wohnmobil zu kaufen? Dann lege ich dir ans Herz diesen Beitrag zu lesen und aus unseren Erfahrungen etwas mitzunehmen. Verstehe es nicht falsch, wir lieben unser Wohnmobil und bereuen den Kauf unseres gebrauchten Wohnmobils nicht.

Doch

wären wir froh gewesen, wenn uns jemand vorher gesagt hätte, was wirklich zu beachten ist, beim Kauf von älteren Wohnmobilen.

In diesem Beitrag möchte ich dir von unseren Erfahrungen berichten, die wir mit dem Kauf unseres gebrauchten Wohnmobils gemacht haben. Damit möchte ich dich vor einigen Problemen bewahren, die häufig auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind und doch öfter auftreten, als erwartet!

Nun zu den 3 wichtigsten Tipps:

1. Dichtigkeitsprüfung

Idealerweise solltest du dir ein Dichtigkeitszertifikat ausstellen lassen, auch wenn dein Verkäufer dir noch sooft versichert, dass das gebrauchte Wohnmobil keine Feuchtigkeitsschäden hat oder irgendwann mal hatte. Lasse mit einem Feuchtigkeitsmessgerät in deinem Beisein alle Wände kontrollieren oder wenn es möglich ist, frage ob du es selber machen kannst! Dann bist du definitiv auf der sicheren Seite.

Hast du dich für ein Wohnmobil entschieden und stehst kurz vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages?

Bestehe darauf, vertraglich festzuhalten, dass das von dir erworbene Wohnmobil keinen Feuchtigkeitschaden zum Zeitpunkt des Kaufs hat und absolut trocken ist.

Wir, unser Wohnmobil und der Feuchtigkeitsschaden…

14 Monate nach dem Kauf unseres gebrauchten Wohnmobils und erst 4 Monate, nachdem wir eingezogen sind, fand ich einen Feuchtigkeitsschaden in unserem Alkoven. Es war purer Zufall! Wir standen eine Woche vor unserem geplanten Reisestart und ich wollte alles nocheinmal gründlich sauber machen- zum Glück!

Ich schleppte die Matratze inklusive beider Lattenroste nach draußen, um gründlich zu saugen. Alles schien tip top, bis mir eine winzig kleine dunkle Stelle, etwas oberhalb des Teppichrandes, auffiel. Ich tippte mit meinem Finger dagegen und bemerkte, dass die Wand nachgibt und ZACK, steckte auch schon mein ganzer Finger drin.

Heraus kam schwarzer Staub! Mir war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, dass die Holzleiste, die einst hinter der Wand lag, sich schon komplett aufgelöst hat.

Insgesamt erstreckte sich der Feuchtigkeitsschaden über den gesamten vorderen Alkoven. Auf beiden Seiten gab es eine undichte Stelle an der unteren Leiste, durch die Wasser eintreten konnte.

Es hat sich in unserem Fall definitiv um einen Altschaden gehandelt! Leider lag der Zeitpunkt des Kaufes schon länger als 12 Monate zurück. Und somit bestand keine Garantie mehr.

Wir haben es weder vertraglich festgehalten, noch haben wir uns ein Dichtigkeitszertifikat ausstellen lassen. Der Verkäufer versicherte uns lediglich mündlich, dass unser gebrauchtes Wohnmobil zum Zeitpunkt des Kaufes keinen Feuchtigkeitsschaden hat.

Wir handhabten die Sache ganz pragmatisch und reparierten den Schaden selber. Die Kosten für die Reparatur eines Feuchtigkeitsschadens liegen nicht selten im vier stelligen Bereich.

Jonas, wie er denFeuchtigkeitsschaden vom gebrauchten Wohnmobil begutachtet
Wir haben den Feuchtigkeitsschaden in unserem Alkoven selber repariert.

Unterschätze diesen Punkt nicht beim Kauf eines älteren Wohnmobils. Vor allem bei einem Alkoven, ist besondere Vorsicht geboten und eine genauere Betrachtung!

2. Überprüfe das angegebene Leergewicht

Kannst du sicher sein, dass dein Traumwohnmobil wasserdicht ist und keinerlei Feuchtigkeitsschäden hat, gibt es einen weiteren wichtigen Punkt, den du unbedingt beachten solltest.

Hatte das Wohnmobil schon einen oder mehr Vorbesitzer, kann es sein, das einige Veränderungen oder Reparaturen am Wohnmobil stattgefunden haben, die für dich oder den Händler von außen nicht ersichtlich sind.

Deshalb lautet mein Tipp, spreche den Händler direkt darauf an. Vielleicht weiß er ob Schoneinmal etwas an dem gebrauchten Wohnmobil verändert wurde.

Um herauszufinden, ob das eingetragene Leergewicht noch aktuell ist, kannst du die Probefahrt nutzen, um das Wohnmobil wiegen zu lassen. Bei Recyclinghöfen, Prüforganisationen oder an allen Getreidemühlen kannst du das Wohnmobil in der Regel ohne Probleme wiegen.

Bedenke was bei einem angegebenen Leergewicht mitberechnet wird:

Das Leergewicht ist das Gewicht, was ein Wohnmobil mit vollem Kraftstoff-, Wassertank, 2 vollen Gasflaschen und einer Person mit rund 75 kg beträgt! Nun wirst du bei einer Probefahrt weder die Gasflaschen an Bord haben noch einen vollen Wassertank, aber das fehlende Gewicht kannst du einfach aufaddieren.

Vielleicht hat aber dein Händler die Möglichkeit das Wohnmobil in deinem Beisein zu wiegen. Du solltest dieses Problem in jedem Fall ansprechen.

Wir, unser Wohnmobil und das Gewicht…

Nachdem wir unseren Alkoven repariert haben und heilfroh darüber waren, dass alles geklappt hat, kam die nächste böse Überraschung.

Laut dem Fahrzeugschein hat unser Wohnmobil ein Leergewicht von 2930 kg. Mit 570 kg Zuladung sollten sogar wir, mit zwei Kleinkindern, gut hinkommen. Einer der Gründe weswegen wir uns für dieses Wohnmobil entschieden haben, war genau der, das eine hohe Zuladung möglich ist.

Also packten wir fröhlich drauf los, achteten natürlich schon auf das Gepäck, aber ich ging davon aus, dass wir keine Probleme bekommen dürften.

Alles war fertig, wir waren startklar für das vor uns liegende Abenteuer. Einfach nur um auf Nummer sicherzugehen, fuhren wir zu einem Recycling Hof in unserer Nähe.

3800kg

Der Wasser, als auch der Kraftstofftank waren leider so gut wie leer. Wie zur Hölle sollen wir 300 kg loswerden?

Wir fuhren also wieder zurück! Und fingen an auszumisten. Alles was uns in irgendeiner Weise überflüssig vorkam, flog raus. Wir wogen alle Teile, die wir aus dem Wohnmobil rausschmissen, um ungefähr eine Ahnung zu haben, wann wir das erlaubte Gewicht von 3500 kg erreicht haben könnten.

Nachdem alles draußen war und sogar die Lattenroste im Alkoven gegen Rollroste getauscht wurden, mussten wir uns leider von unseren Fahrrädern verabschieden. Das war nicht einfach und tut auch tatsächlich immer noch ein bisschen weh.

Das Gewicht unseres Wohnmobils, bevor wir gestartet sind!
Beim zweiten Mal wiegen lagen wir unter 3,5 t

Aber wir haben es am Ende geschafft unter 3500 kg zu kommen. Mir wurde von einigen gesagt, dass es kein Problem wäre, etwas überladen zu fahren und dass es fast alle so handhaben. Das Problem welches Jonas und ich darin gesehen haben ist der nicht gewährleistete Versicherungsschutz im Falle eines Unfalls, bei einer Überladung.

Damit du dich vor deinem ersten Trip in deinem neuen, alten Wohnmobil nicht ärgerst, kontrolliere vor dem Kauf das angegebene Leergewicht!

3. Unterboden versus Heckgarage

In diesem Fall lief es auch mal gut für uns. Allerdings ist es eine absolute subjektive Betrachtung.

Die zwei gängigsten Stauraummöglichkeiten in einem Wohnmobil sind:

  1. Eine Heckgarage: In der Regel haben diese Wohnmobile ein Hochbett, unter dem sich der Stauraum für die sogenannte Heckgarage befindet. Sie ist oft sehr geräumig und bietet viel Staufläche. Gerade für große und sperrige Sportgeräte ist sie sehr gut geeignet.

2. Ein Doppelboden: er ist ein bisschen gleichzusetzen mit einem Keller. Das gesamte Wohnmobil ist höher gesetzt, dadurch entsteht eine bessere Stabilität des Fahrzeuges und die Geräuschkulisse ist gedämpfter. Das Wohnmobil hat einen unteren Raum mit einer Höhe von ca. 40 cm. In diesem Zwischenraum ist die Wasser,- Strom und Heizungsinstallation in der Regel frostsicher untergebracht. Dadurch sind diese Wohnmobile deutlich wintertauglicher. Nachteile sind negative Auswirkungen auf den Spritverbrauch und das Fahrverhalten in Kurven. Ein weiterer Nachteil ist der Einstieg. Er liegt deutlich höher und benötigt einige Stufen.

Wir, unser Wohnmobil und der Doppelboden

Als wir uns in unser Wohnmobil verliebt haben, waren uns die genauen Vor- und Nachteile einer Heckgarage gegenüber einem Doppelboden nicht ganz klar. Unser Doppelboden bietet viel Platz und ist sehr geräumig. Man kommt von allen Seiten an ihn heran und kann somit leicht Ordnung halten.

Da wir einen Führerschein der Klasse B haben und unser Wohnmobil bis 3,5 t zugelassen ist, kann der kleine Raum optimal ausgenutzt werden. Wir haben kein Festbett hinten, sondern ein sehr geräumiges Bad mit separater Dusche und einem Kleiderschrank. Die Küche ist ebenfalls hinten und wirkt wie ein separater abgetrennter Raum. Dadurch finde ich Ruhe beim Kochen, während die Kinder sich am Tisch beschäftigen können. Unser Wohnmobil ist quasi ein wahres Raumwunder. Den einzigen Nachteil, den wir sehen und der uns aber nicht stört, ist die Tatsache, dass wir täglich unser Bett auf und abbauen müssen. Es dauert nur 3 Minuten, wir haben die Zeit gestoppt. Unsere Kinder schlafen gemeinsam im Alkoven, mit einem von uns selbstgebauten Rausfallschutz.

Wirklich alles, was keine Klamotten oder Küchenutensilien sind, befindet sich im Doppelboden. Auch von innen kommt man über die Backskiste hervorragend an alles heran.

Ein weiterer großer Vorteil für uns, ist die Wintertauglichkeit. Wir leben als Familie im Wohnmobil und wissen noch nicht ob wir vielleicht auch einmal den Winter oder die kälteren Monate im Norden verbringen werden. Es ist in jedem Fall, gut zu wissen, dass unser gebrauchtes Wohnmobil im Fall der Fälle wintertauglich ist.

Schaue dir in jedem Fall beide Varianten genau an und prüfe für dich, was am besten zu deinem Reisestil und deinem Gepäck passt.

Ich hoffe dieser Artikel wird dir bei der Suche nach dem perfekten Wohnmobil helfen. Mir ist durchaus bewusst, dass es sicher noch weitere Faktoren gibt, auf die geachtet werden sollten, bei dem Kauf eines gebrauchten Wohnmobils. Aber vielleicht können dich unsere Erfahrungen vor den Problemen bewahren, die uns den letzten Nerv geraubt haben.

Viel Erfolg bei deiner Suche und falls du noch andere schlechte oder gute Erfahrungen bei dem Kauf deines neuen alten Wohnmobils gemacht hast, schreib es doch in die Kommentare.

Ich bin gespannt,

Deine Jasmin

4 KOMMENTARE

  1. Moin in die Runde,
    wollte nochmal kurz was zum Leergewicht bis zu 3500kg und dessen Überschreitung sagen: Unser (2x Eltern, 2xKids) Womo war beim Kauf auf 4000kg zugelassen und hatte dafür natürlich auch die entsprechede Ausstattung dafür, damit es sicher zu fahren ist (also Luftfederung hinten , 16“ Bereifung und Maxi-Fahrwerk). Wir haben es dann (mit ein paar Kniffen) auf 3500kg abgelastet, ohne etwas am Fahrzeug zu ändern. Wir passen natürlich schon mit der Zuladung auf, sind aber eigentlich immer etwas überladen unterwegs, was im Falle einer Kontrolle nicht so schön ist, aber wenn man es nicht übertreibt, liegen wir hoffentlich im Rahmen einer gewissen Toleranzgrenze was das Übergewicht angeht oder man lässt z.B.vor Ort das Frischwasser oder auch Grauwasser (natürlich nur bei entsprechender Entsorgungsmöglichkeit) ab. Wir haben schon mit vielen Womofahrern darüber gesprochen, die allerwenigsten wurden in Ihrer Camperkarriere bisher überhaupt jemals unterwegs gewogen und weiterfahren durften sie alle..! Das wichtigste aber ist: Unser Womo ist immer voll betriebssicher, da es ja nach wie vor auf 4000kg ausgelegt ist, und zwar sowohl für uns als auch für andere, die unterwegs sind und das lässt mich sehr entspannt mit etwas Übergewicht reisen. Aber wie immer, es muss für einen selber gut passen.
    LG, Jens

    • Vielen Dank für dein Kommentar! Beim Thema Sicherheit geben wir dir absolut Recht. Da euer Wohnmobil auf 4t ausgelegt ist, seid ihr indirekt auf der sichereren Seite. Auf jedenfall ist es ratsam sich vorher Gedanken darüber zu machen, was man im Falle einer Kontrolle abladen könnte. Dinge wie Frischwasser und Grauwasser sind ohne großen Aufwand machbar. Wir sind jetzt seit 6 Monaten unterwegs und haben kaum Jeamanden getroffen, der sich sicher ist, die 3,5t einzuhalten. Viele liebe Grüße Jasmin und Jonas

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